Bereits im Mittelalter wurden aus den Wurzeln der Karden Tinkturen zubereitet, die gegen Warzen und andere Hauterkrankungen verordnet wurden. Später war diese imposante Pflanze ausschließlich Hilfsmittel in der Weberei. Die getrockneten Blütenstände der Karde wurden zum Kämmen (Kardieren) von Wolle und Tuch verwendet. Durch den Einsatz gegen akute und chronische Borreliose (als unterstützende Therapie) gewinnt die Karde als Heilpflanze wieder zunehmend an Bedeutung.
Irrtümlicher Weise wird die Karde den Disteln zugeordnet. Wahrscheinlich liegt es an der Ähnlichkeit (stachelige Stengel) oder an dem Namen ( Karde = Herleitung von "Carduus" = Distel). Der Name "Dipsacus" stammt vom griechischen "dipsa" = "Durst". In den Trichtern der Blätter sammelt sich nach dem Regen Wasser und dient Vögeln und Insekten als Tränke.
Pflanzenhöhe: bis 2,00 cm
Blütenfarbe: violett
Blütezeit: Juli bis August
Standort: sonnig bis halbschattig
Bodenart: gut durchlässig, steinig, sandig
Verwendung: Bienenweide, Heilpflanze, für Trockengestecke und -sträuße, sehr dekorative Staude, Bauerngartenpflanze
Eigenschaften: zweijährig, winterhart, erhält sich nach der Blüte durch Selbstaussaat
Naturheilkunde: Wurzeltinktur (Rezept siehe unten) gegen Borreliose, zur Stärkung des Immunsystems, Verdauungsschwäche, Magenschwäche, Gallenschwäche, Rheuma, Gicht, Hautkrankheiten, Warzen
Frische Wurzel der Wilden Karde, Doppelkorn, Wodka oder Weingeist, sehr scharfes Messer, gut verschließbares Glas, Filter (z. B. Kaffeefilter + passende Filtertüte), Flasche aus Braunglas
Die Wurzel der Karde wird ausgegraben, bevor sie aufstengelt. Diese gründlich waschen (nicht schälen!, da sich die meisten Wirkstoffe in der Rinde befinden) und zerkleinern. Ein gut verschließbares Glas (z. B. mit Schraub- oder Bügelverschluß) zur Hälfte mit der zerkleinerten Wurzel füllen und mit dem Korn, Wodka oder Weingeist auffüllen, bis die Wurzelstücke vollständig bedeckt sind. Das Glas wird gut verschlossen an einen warmen Ort für ca. 2 bis 6 Wochen gestellt. Die Flüssigkeit verfärbt sich in dieser Zeit. Dann kann die Tinktur gefiltert werden. Zur Aufbewahrung der fertigen Tinktur sollten Sie eine Braunglasflasche verwenden (erhältlich in Apotheken). An einem kühlen und dunklen Ort ist die Tinktur ca. 1 Jahr haltbar.
Innerliche Anwendung: 2 bis 3 x täglich 10 bis 50 Tropfen der Tinktur einnehmen
Äußerliche Anwendung: Tinktur als Kompresse, im Badewasser, zur Waschung oder pur auftupfen
Hinweis: Alle von Gartenzauber & mehr angebotenen Pflanzen sind ausschließlich für Zierzwecke bestimmt (Haftungsausschluss)! Die im Text genannten Heilanwendungen und Rezepte dienen nur zu Ihrer Information! Heilkräuter ersetzten nicht den Besuch beim Arzt! Auch die Einnahme von Heilkräutern kann schädliche Nebenwirkungen verursachen! Nehmen Sie niemals Heilpflanzen ohne Absprache mit Ihrem Arzt ein und lassen Sie sich umfangreich beraten!